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Die Lust der Jäger am Töten

Tiermörder und absurde Bräuche

Klingt es nicht voll­kom­men logisch wenn Jäger erzäh­len, dass die Jagd not­wen­dig sei, weil auf­grund der feh­len­den Raub­tiere das Wild in unse­ren Wäl­dern sonst über­hand neh­men und Schä­den am Wald anrich­ten würde? Zuerst wur­den viele Beu­t­egrei­fer (“Raub­tiere”) durch die Jagd aus­ge­rot­tet und nun wol­len die Jäger deren Auf­gabe über­neh­men. Dies klingt im ers­ten Moment tat­säch­lich logisch, ist aber bei genaue­rer Betrach­tung der bio­lo­gi­schen Fak­ten völ­lig absurd. Denn die Dichte von Popu­la­tio­nen frei leben­der Wild­tiere hängt nicht von deren natür­li­chen Fein­den ab, son­dern von inne­ren bio­lo­gi­schen Mecha­nis­men zur Regu­lie­rung der jewei­li­gen Popu­la­ti­ons­dich­ten. Tat­sa­che ist, dass Beu­t­egrei­fer so gut wie kei­nen Ein­fluss auf die Popu­la­ti­ons­dichte ihrer Beu­te­tiere haben.

Unwi­der­leg­bare Beweise dafür sind Gebiete, in denen die Jagd ver­bo­ten wurde, wie z.B. der aus­ge­dehnte Natio­nal­park Gran Para­diso in Ita­lien (seit 1922 jagd­frei) usw.. Die Jagd­be­für­wor­ter ver­such­ten schon damals das Schreck­ge­spenst einer zu hohen Wild­dichte in den Köp­fen der Bevöl­ke­rung zu ver­an­kern und ihnen ein­zu­re­den, dass durch ein Ver­bot der Jagd erheb­li­che Schä­den an Wald und in der Land­wirt­schaft zu erwar­ten seien. Die Wirk­lich­keit sieht aber ganz anders aus: Die Größe der Wild­po­pu­la­tio­nen und die Schä­den durch Wild­ver­biss sind in den jagd­freien Gebie­ten nicht grö­ßer als in den Gebie­ten, in denen gejagt wird. Auch Hol­lands Wild­tiere kön­nen auf­at­men: Denn seit April 2002 ist die Jagd auf viele Wild­tier­ar­ten dort weit­ge­hend abge­schafft wor­den: Wild­schweine, Füchse, Mar­der, nahezu alle Vogel­ar­ten und auch Rehe und Hir­sche dür­fen dort nicht mehr gejagt werden.

Die Wildschwein-Lüge

Eine Behaup­tung hört man immer öfter: Wild­schweine näh­men über­hand und müss­ten daher inten­siv bejagt wer­den. Aber genau das Gegen­teil ist der Fall: Die Jagd selbst ist näm­lich der Grund für die Über­po­pu­la­tion der Wild­schweine: Je mehr gejagt wird, desto mehr wer­den beste­hende, gut funk­tio­nie­rende Fami­li­en­ver­bände aus­ein­an­der­ge­ris­sen, wor­auf die Wild­schweine mit ver­mehr­ter Fort­pflan­zung rea­gie­ren. Auch die soge­nannte “Kir­rung”, also die Füt­te­rung der Schweine zum anlo­cken an geeig­nete Abschuss­plätze, unter­stützt die Erhö­hung der Wild­schwein­po­pu­la­tion. Unter­su­chun­gen zeig­ten, dass in Wild­schwein­mä­gen 30% Fut­ter­mais ent­hal­ten war; also Mais, der vom Jäger selbst ver­füt­tert wurde.

Die Tollwut-Lüge

Klingt es nicht logisch, wenn uns ein Jäger erzählt, dass der Fuchs der Über­trä­ger der Toll­wut ist und des­halb durch die Jagd bekämpft wer­den muss? Tat­sa­che ist aber, dass durch die Jagd die Aus­brei­tung der Toll­wut nicht ver­hin­dert wer­den kann. Ganz im Gegen­teil wird durch die Jagd die Aus­brei­tung der Toll­wut sogar geför­dert! Die stän­dige Beja­gung der Füchse führt zu einer stän­di­gen Flucht und damit zu einem beschleu­nig­tem Orts­wech­sel der über­le­ben­den Tiere und zur Anste­ckung von Tie­ren in ande­ren, auch wei­ter ent­fern­ten Revie­ren. Der Schwei­zer Kan­ton Wal­lis zog dar­aus die rich­tige Kon­se­quenz und setzte bei der Bekämp­fung der Toll­wut kon­se­quent auf Impfungen.

Seit 1981 ist der Kan­ton Wal­lis toll­wut­frei. Als man in Gra­fenau im Baye­ri­schen Wald die Fuchs­jagd aus­setzte, stellt man nach drei Jah­ren fest, dass die toll­wü­ti­gen Tiere gestor­ben waren und durch eine gesunde Popu­la­tion ersetzt wor­den war. Wer­den Füchse nicht bejagt, leben sie in Fami­li­en­ver­bän­den von bis zu zehn Tie­ren, in denen nur die älteste Füch­sin Junge zur Welt bringt. Durch die Jagd wer­den die fes­ten Gemein­schaf­ten und oft lebens­lan­gen Paar­bin­dun­gen völ­lig durch­ein­an­der­ge­bracht und zer­ris­sen. Dies führt über einen inne­ren bio­lo­gi­schen Regu­la­ti­ons­me­cha­nis­mus zu einem Anstei­gen der Gebur­ten­rate bei Füch­sen und zu einem Aus­gleich der bei der Jagd ver­nich­te­ten Tiere, so dass eine Beja­gung völ­lig irr­sin­nig und wider­sin­nig ist. Somit bringt die Fuchs­jagd nur Leid und Tod für unschul­dige lei­dens­fä­hige Tiere.

Die Jagd als Hobby

Finan­zi­ell gut gestellte Jäger aus den Bal­lungs­ge­bie­ten pach­ten Jagd­re­viere in den Pro­vin­zen zu hor­ren­den Pacht­ge­büh­ren an, um ihrem Jagd­hobby nach­zu­ge­hen. Die Mehr­heit der Jäger betreibt die Jagd näm­lich nicht des­halb, weil ihnen die Hege und Pflege von Fauna und Flora wich­tig ist, son­dern zur Befrie­di­gung ihrer per­sön­li­chen Bedürf­nisse; anders ist das Feil­schen um die Jagd­re­viere und das Zah­len hoher Pacht­ge­büh­ren nicht zu erklä­ren. Die Jagd als Hobby, aus wel­chen Grün­den auch immer man das Töten von Tie­ren zum Hobby macht, ist die wahre Moti­va­tion für die Mehr­heit der Jäger. Daher schre­cken diese auch nicht davor zurück, uns alle mit Lügen und Halb­wahr­hei­ten hin­ters Licht zu füh­ren. Zuerst wer­den die natür­li­chen Regu­la­ti­ons­me­cha­nis­men in der Natur durch die Jäger durch­ein­an­der gebracht: Alle natür­li­chen Beu­t­egrei­fer, die als Kon­kur­ren­ten der Jäger auf­tre­ten kön­nen, wur­den ent­we­der aus­ge­rot­tet oder ein gna­den­lo­ser Ver­nich­tungs­feld­zug mit absur­den Begrün­dun­gen (wie z.B. die Toll­wut bei den Füch­sen) gestartet.

Beu­t­egrei­fer haben aber gar keine signi­fi­kante Aus­wir­kung auf die Popu­la­ti­ons­dichte ihrer Beu­te­tiere. Sie sor­gen nur dafür, dass schwa­che und kranke Tiere aus der Natur ent­nom­men wer­den und so eine posi­tive gene­ti­sche Aus­lese in der Popu­la­tion geför­dert wird. Da Jäger aber mit­un­ter auch als Tro­phä­en­jä­ger auf präch­tige Tiere aus sind, erfolgt dadurch eine schäd­li­che Fehl­aus­lese mit einer gene­ti­schen Schwä­chung der Popu­la­tio­nen. Diese Schwä­chung der Popu­la­tio­nen durch Fehl­aus­lese und die hohen Abschuss­ra­ten der Jäger wer­den zum einen durch die innere bio­lo­gi­sche Regu­la­tion der Gebur­ten­ra­ten der Tiere und durch zusätz­li­che Füt­te­run­gen aus­ge­gli­chen. Auf der einen Seite ver­sucht man von Sei­ten der Jäger Ängste dahin­ge­hend zu streuen, dass die Jagd wegen der Gefahr zu gro­ßer Wild­be­stände not­wen­dig sei, auf der ande­ren Seite füt­tert man die Tiere, so dass die Popu­la­tio­nen stark anstei­gen kön­nen — damit wie­der genug Tiere zum beja­gen vor­han­den sind.

Alle wesent­li­chen von der Jäger­schaft genann­ten Gründe für die Jagd sind heute wis­sen­schaft­lich wider­legt. Auch das alte Argu­ment, dass sich die Natur in unse­ren Gefil­den ja nicht selbst regu­lie­ren kön­nen, da natür­lich Feinde wie der Wolf feh­len, ist wider­legt. Ließe man die Natur machen, wür­den sich die Tiere dem Platz– und Nah­rungs­an­ge­bot anpas­sen und sich eben nicht unend­lich fort­pflan­zen. Diese natür­li­chen Mecha­nis­men kom­men aller­dings nicht zum tra­gen, da sie durch den Ein­griff der Jäger­schaft ver­ei­telt werden.

Die Lust am Töten

Es gibt somit keine logi­schen nach­voll­zieh­ba­ren Argu­mente, die das Töten lei­dens­fä­hi­ger Tiere auch nur annä­hernd recht­fer­ti­gen könn­ten, es sei denn, man sähe die Lust am Töten als ratio­na­len und ver­nünf­ti­gen Grund an. Jagd bedeu­tet schreck­li­ches Leid und Tod für die betrof­fe­nen Tiere. Ange­schos­sene Tiere mit her­aus­hän­gen­den Där­men und ande­ren schwers­ten Ver­let­zun­gen füh­ren einen oft tage­lan­gen Todes­kampf. Man fin­det die ent­setz­lich lei­den­den Tiere oft erst nach Stun­den, um ihnen den Rest zu geben. Auch bei der Jagd mit Fal­len sind die Tiere grau­sams­ten Qua­len aus­ge­setzt. Fal­len sol­len die Tiere zwar sofort töten, nur die Rea­li­tät sieht oft­mals ganz anders aus. Tiere wer­den z.B. von der Falle an einer Glied­maße ein­ge­klemmt. In ihrer Not, total ver­rückt vor Schmer­zen und in Sorge um ihre Kin­der bei­ßen sich die Tiere die Glied­maße durch und gehen ver­stüm­melt nach eini­ger Zeit an ihren schwe­ren Ver­let­zun­gen zugrunde. Jagd ist stän­di­ger Ter­ror und Krieg gegen Tiere und für eine halb­wegs zivi­li­sierte Gesell­schaft uner­träg­lich.

Schon der 1. Bun­des­prä­si­dent der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land Theo­dor Heuss sagte: “Jagd ist nur eine feige Umschrei­bung für beson­ders fei­gen Mord am chan­cen­lo­sen Mit­ge­schöpf. Die Jagd ist eine Neben­form mensch­li­cher Geisteskrankheit.”

Quelle: Die Tier­freunde e.V.

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