Fellmarkt Thusis 2010
Graubündens Schande
Menschen tragen Kleider, Tiere tragen Pelz. Wenn die Menschen von dem Grauen wüssten, das diese Tiere erleiden, um einen haarigen Streifen Haut zu liefern, der getränkt ist in Chemikalien, um ihn vor der Verwesung zu bewahren, würde es ihnen die Kehle zuschnüren. Gröllende Jäger, mit stolz gewölbter Brust, alkoholisiert und lachende Sprücheklopfer, neben den vielen toten Tieren am Fellmarkt in Thusis 2010!
Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang auch der gezielte Feldzug der Jägerschaft gegen Beutegreifer wie Fuchs und Marder. Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz, die belegten, daß Beutegreifer gerade auch in der Kulturlandschaft erst die Artenvielfalt garantieren, ist in den Jagdzeitschriften immer wieder der Aufruf zu erbarmungsloser Fuchsjagd zu lesen. Um diese Vernichtungsfeldzüge mit Flinte, Falle und Hund vor den Augen der Öffentlichkeit zu rechtfertigen, wurde dem Fuchs kurzerhand das Image des Tollwutüberträgers verpaßt - ungeachtet der Tatsache, daß wissenschaftliche Untersuchungen eine völlig andere Sprache sprechen. Diese weisen aus, daß die Fuchsjagd maßgeblich zur Tollwutverbreitung beiträgt, indem sie die Vermehrungsraten in die Höhe treibt. Somit ist eine größere Zahl von Jungtieren vorhanden, die sich im Herbst auf lange Wanderungen begeben, um ein eigenes Revier zu finden - und gerade diese Wanderungen sorgen für die Verbreitung der Tollwut.
Der Fuchs- und Marderhaß der Jäger hat seine Wurzeln vor allem in der Tatsache, daß diese Beutegreifer mit den Waidmännern um dieselben Beutetiere konkurrieren. Dabei wird konsequent ignoriert, daß Ökosystem und Nahrungskette ein komplexes Netz gegenseitiger Abhängigkeit formen, das - läßt man es in Ruhe - eigenständig für die Artenvielfalt sorgt. So sichern Beutegreifer nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere zuerst erbeuten (diese sind am einfachsten zu erjagen) und somit Seuchenherde sofort eliminieren. Jäger erfüllen diese Funktion nicht sie können nicht wie ein Fuchs einem Hasen kurze Zeit nachsetzen, um festzustellen, ob dieser kränkelt. Abgesehen davon, liegt es auch garnicht in der Absicht des Jägers, etwas Vergleichbares zu tun: Ihm geht es vielmehr um prächtige Trophäen, Pelze usw.
Fragen Sie, bevor Sie einen Natur- oder Umweltschutzverband unterstützen, ob dieser sich für die Jagd ausspricht oder sie sogar fördert. Da viele Verbände in diesem Bereich von Jägern aktiv unterwandert werden, ist hier durchaus Vorsicht geboten! Protestieren Sie darüberhinaus gegen Jagdveranstaltungen, schreiben Sie Leserbriefe, lassen Sie Ihr Radio laut spielen, wenn Jäger in der Nähe sind, und verteilen sie an Hochsitzen menschliches Haar, daß bei Friseuren kostenlos zu beziehen ist. Lassen Sie auch andere Menschen alles über die jagdliche Realität wissen. Fordern Sie von den Gesetzgebern brieflich, per Fax, E-Mail oder Telefon die konsequente Durchsetzung von Natur- und Tierschutzgesetzen und verlangen Sie, daß auch Nicht-Jäger an politischen Entscheidungen hinsichtlich der Jagd beteiligt werden.




