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10
Aug

Jagd 2010

Geschrieben von: Redaktion am 10. August 2010. Veröffentlicht in Medien - Medienmitteilungen

Junger Hirsch / Foto: Olivier Gillieron

Der Verein Wildtierschutz Schweiz nimmt dazu wie folgt Stellung:

Davos, 10. August 2010

Schon in wenigen Tagen geht es wieder los. Schweizweit erliegen mehrere tausend Jäger einem krankhaften Fieber. Die heutige Jagd ist zum grössten Teil Tierquälerei und Unsittlichkeit.  Zehntausende Tiere werden innerhalb weniger Wochen in unserer Nachbarschaft abgeschlachtet.

Von einem »schnellen Tod« kann dabei in vielen Fällen nicht die Rede sein: Rehe und Wildschweine werden oft nur angeschossen, wobei »Expansionsgeschosse« aus den schwer verwundeten, flüchtenden Tieren Blut und Darminhalte als »Pirschzeichen« herausschlagen. Die »Nachsuche« dauert oft Stunden oder Tage, das Tier verendet unter grausamsten Qualen. Kastenfallen bereiten Füchsen und Mardern einen oft tagelangen Todeskampf.

Die Jäger (ausser der Vivisektion) fügen den Tieren somit am meisten Qualen und Missbrauch zu, besonders durch die Art des Tötens. Die Jagd widerspricht eindeutig einem aufgeklärten, fortschrittlichen Verständnis von Natur und Tieren.

Viele Kantone preisen "attraktive" Jagden an.

Dabei werden verschiedene friedliche Wildtiere geschossen, natürlich auch solche, die auf der roten Liste stehen. Unter anderem Rotwild, Rehwild, Gamswild, Steinwild und Schwarzwild über Feldhasen, Murmeltiere, Füchse, Schneehühner, Stockenten und Fasane bis hin zu den verschiedensten Arten von Tauben und Krähen. Im Kanton Graubünden z.b machen nur noch 3.2 % der Bevölkerung bei diesen Barbareien mit, schweizweit sogar nur 0.3% der Bevölkerung.  Die Jagdeinnahmen für Kanton und Gemeinden sind in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks und jagdfreien Gebieten zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

Jägerinnen und Jäger sind heute als Störfaktoren mehr denn je gefordert, Wildtiere und Natur zu schützen. Oft sitzen Sie jede freie Minute mit Feldstecher und Fernrohr ausgerüstet im Jagdgebiet.  Eifrig wird gespiegelt, das Wild und seine Gewohnheiten beobachtet und gestört.

Es gibt z.B. keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Jagd die Befallsrate der Füchse mit dem Bandwurm reduzieren kann. Auch bei der Tollwut führten einzig flächendeckende Impfaktionen mit Auslegung von Impfködern zum Erfolg - die Fuchsjagd hatte sich Studien zufolge als kontraproduktiv erwiesen und zur Ausbreitung der Tollwut sogar beigetragen.

Die Füchse, die in freier Natur monogam und reviertreu sind, werden zum Ortswechsel gezwungen, um sich neue Partner zu suchen, da die Paare durch die Jäger auseinander geschossen werden. So werden durch Zerstörung sozialer Tierstrukturen nicht nur neue Paarbildungen verursacht, wo jedes weibliche Tier befruchtet wird und damit die Geburtenrate erhöht, sondern auch verstärkt Krankheiten übertragen, welche angeblich durch die Jagd bekämpft werden sollen.

Deshalb kann festgestellt werden, dass die angebliche Bedrohung der Volksgesundheit mit Tollwut und Fuchsbandwurm nicht existiert – und nur als Rechtfertigung der Jäger für ihr Hobby dient.

Die fadenscheinige Rechtfertigung der Jagd besteht normalerweise auch darin, dass Wildschweine in die Städte und Dörfer vordringen würden, Gärten zerstören und die Bevölkerung gefährden. Diese Argumentation wird oftmals für die intensivierte Jagd herangezogen. Doch gerade bei Ansiedlungen am Waldrand sind häufig die Bewohner mit Schuld an den "Übergriffen" der Wildschweine: Komposthäufen locken die Waldbewohner eben so an wie der gar nicht oder schlecht umzäunte Gemüsegarten.

Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, die Tiere von unerwünschten Plätzen fernzuhalten. Neben chemischen, technischen "Vergrämungsmitteln" gibt es sanfte Methoden mit Menschenhaar (z.B,. beim Frisörgang mit nach Hause nehmen und an den geeigneten Plätzen verteilen) oder das Ausbringen von menschlichem Urin.

Die Jäger vergiften die Umwelt, Natur, Mensch und Tier mit Ihrem Bleischrot. Blei ist ein Schwermetall und tötet Tiere nicht nur grausam, sondern es gelangt auch durch chemische Umwandlung in die Nährstoffkreisläufe der Natur und landet schließlich im Boden, Trinkwasser und Lebensmitteln.

Immer mehr Wildbiologen gelangen zu der wissenschaftlich untermauerten Ansicht, dass die Tiere ihre Populationsdichte am besten selbst regeln und Überpopulationen vor allem dadurch entstehen, weil bestimmte Tierarten von den Jägern aus augenfälligen Gründen besonders gefördert werden. Die Jagd ist ein massives, niemals positives Eingreifen!

Moderner Erkenntnisstand in Ökologie und Wildbiologie zeigt auf, (unter anderem durch Herr. Prof. Josef H. Reichholf von der zoologischen Staatssammlung aus München, Prof. Carlo Consiglio aus Rom, Tierarzt Bruno Bassano Nationalpark Gran Paradiso usw. ) dass sich die Bestandesdichte von Wildtieren aufgrund von Nahrungsangebot, Territorialität, Klima sowie sozialen und physiologischen Faktoren usw. ohne menschliches Zutun regelt, wenn sie nur könnte. Der Jagddruck sowie andere Faktoren hingegen erhöht die Reproduktionsraten der betroffenen Tierpopulationen, was man sehr gut bei den Wildschweinen, Rehen, Hirschen, Tauben ja bei jeder Spezies (Arterhaltung, Überlebungsinstinkt, Geburtenausgleich) beobachten kann. Die Natur ist weise und wenn sich eine Spezies in Gefahr sieht, dann steigt die Geburtenrate. Diesbezügliche wissenschaftliche Studien gibt es z.B. in Frankreich und Deutschland.

Der Stress den die Jagd auf die Tiere allgemein ganzjährig ausübt - Lärm, Angst, Terror und Verfolgung - schränkt erheblich ihre Fähigkeit ein in Frieden und Ruhe zu essen, ihr normales Sozialverhalten aufrecht zu erhalten, sich frei zu bewegen usw.

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei

Wussten Sie...

   * dass Jahr für Jahr unzählige Menschen durch Jäger und Jägerwaffen verletzt werden, teilweise so schwer, dass sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen Glieder amputiert werden muss?
   * dass Kastenfallen Tieren oft einen stundenlangen Todeskampf bereiten?
   * dass jährlich in der Schweiz knapp 120’000 Rehe, Hirsche, Füchse, Murmeltiere und Gämsen ermordet werden
   * dass es wegen den Jägern heute kaum mehr möglich ist, mit den friedlichen Tieren in Harmonie zu leben?
   * dass Schrotladungen die Hasen wie kleine Kinder aufschreien lassen und "Deformationsgeschosse" Rehen und Hirschen die Innereien zerfetzen, damit sie auf der Flucht Spuren für die "Nachsuche" hinterlassen?
   * dass die Behauptung der Jäger, diese grausamen Massaker seien notwendig, um die Tierbestände zu regulieren, längst wissenschaftlich widerlegt ist?
   * dass die Jäger offen zugeben, dass es bei der Jagd um die "Lust am Töten" und "die Freude am Beute machen" einer krankhaften "Passion" geht?
   * dass die überwiegende Mehrheit keine Berufsjäger sind, sondern die Jagd als Hobby und Freizeitvergnügen ausüben, was nicht sittlich ist und eigentlich dem Tierschutzgesetz widerspricht?
   * dass nur etwa 0.3 % der Menschen in der Schweiz Jäger sind?
   * dass sie bestimmte Tierarten gezielt dezimieren, um keine Konkurrenz zu haben für ihr widernatürliches Verhalten?
   * dass bei den Wildschweinen normalerweise nur die Leitbache Junge bekommt, aber aufgrund ihres Abschusses alle weiblichen Tiere sich fortpflanzen und wir auch deshalb eine Wildschweinschwemme haben?
   * das Rotwild ursprünglich auf Feldern und Wiesen lebte und nicht im Wald?
   * dass mit dem Jägerlatein eine Verhöhnung von Lebewesen stattfindet
   * dass in manchen Kantonen die Jäger nur des zarten Fleisches eines Jungtieres wegen auf die Jagd gehen?
   * dass sie Mutterkühe vor ihren Jungtieren erschiessen,  während der Aufzuchtszeit (Nach-Sonderjagd)?
   * dass sie die Umwelt, Natur, Mensch und Tier mit Ihrem Bleischrot vergiften?
   * dass sie im strengen Winter hungernde Tiere mit Futter anlocken, nur um sie hinterhältig erschiessen zu können (Passjagd)?
   * dass sie scharf gemachte Hunde in Höhlen hetzen, um Füchse und Dachse zu eliminieren (Baujagd)?
   * dass sie friedliche Lebewesen in Kastenfallen locken, in denen sie zum Teil tagelang leiden und auf ihren Mörder warten müssen (Fallenjagd)?
   * dass sie friedliche Tiere hinterhältig und feige mit hochmodernen Präzisionswaffen aus dem Hinterhalt verletzen und ermorden?
   * dass sie Auszeichnungen, Fellmärkte, Preisverleihungen für den Trophäenkult, Trophäenschauen usw. unterstützen?
   * dass sie minderjährigen Schulkindern Schusswaffen in die Hände drücken und mit ihnen das Töten üben?
   * dass sie ihre qualvollen Taten meist in der Einsamkeit ausführen, was Tierquälereien fördert?
   * dass sie über 50% der Wildtiere nur schwer verletzen und die Opfer müssen so oft stundenlang unter enormen Qualen und Angst leiden, bis ein Schweisshund sie findet und ermordet werden?
   * dass sie mit ihren Waffen und Barbareien auch zahlreiche andere Menschen in Gefahr bringen?
   * dass sie (ausser der Vivisektion) den Tieren am meisten Qualen und Missbrauch zufügen, auch durch die Art des Tötens?
   * dass sie Verbissschäden geradezu fördern durch den Jagddruck?
   * dass sie der Bevölkerung normale natürliche Tierbeobachtungen und Interaktionen vorenthalten?
   * dass es kein grösseres Quälprodukt gibt, als Wildbret?
   * und und und

Der Verein Wildtierschutz Schweiz ist dagegen, dass man Konflikte mit den Wildtieren, wenn es sie denn auch tatsächlich geben sollte, nur mit dem primitivsten Instrument der Waffen, sprich Gewalt, löst. Er fordert mehr geschützte, jagdfreie und natürliche Lebensräume für die Wildtiere, Toleranz und Hilfestellungen.

Moderner Erkenntnisstand in Ökologie und Wildbiologie zeigt auf, dass sich die Bestandesdichte von Wildtieren aufgrund von Nahrungsangebot, Territorialität, Klima sowie sozialen und physiologischen Faktoren ohne menschliches Zutun besser regelt. Der Jagddruck sowie andere Faktoren hingegen erhöht die Reproduktionsraten der betroffenen Tierpopulationen, was man sehr gut bei den Wildschweinen, Tauben ja bei allen Spezien beobachten kann (Arterhaltung, Überlebensinstinkt, Geburtenausgleich). Die Natur ist weise und wenn sich eine Spezies in Gefahr sieht, dann steigt die Geburtenrate.

Die heute mehrheitlich aus Spass gejagten Tiere, sind dem Menschen gegenüber friedliche Lebewesen, welche mindestens genauso eine Daseinsberechtigung haben wie der Mensch, um sich an unserer gemeinsamen Evolution zu beteiligen und sie sind auch von der Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer gerne gesehene Tiere auf Spaziergängen und Wanderungen in Wald und Flur.

Der Wald und die Natur sollte den Menschen und Tieren als friedlicher Erholungsraum und Lebensraums des Zusammenlebens zurückgegeben werden. Unsere Zeit wird zunehmend von Brutalität und Gewalttätigkeiten geprägt und daran ist die Jägerschaft nicht unbeteiligt. Diese negativen Energien von Gewalt, Angst, Terror, Respektlosigkeit und Unbehagen welche die Jägerschaft in der Natur hinterlässt, verbreitet sich über das ganze Land.

Verein Wildtierschutz Schweiz

Postfach 63
7270 Davos 2 Horlauben
Schweiz

Sekretariat Tel: +41 (0) 81 422 21 11

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Mensch und Tier sind gleichwertig, beide haben das Recht auf Leben und das Recht auf Respekt. Je hilfloser ein Lebewesen, ob Mensch oder Tier, je grösser ist sein Recht auf Unterstützung und Schutz. Menschen haben die Verantwortung, mit Lebewesen würdevoll umzugehen.