Karl Lüönd, ein dunkles Kapitel
Karl Lüönd gibt schon fast gebetsmühlenartig Einblicke in ramponierte Jägerpsychen. Neulich wurden Schweizerinnen und Schweizer in einem Artikel im Tagesanzeiger vom 20. August 2010 "Warum ich Jäger bin" und aktuell auch wieder auf der Homepage vom "Jagd Portal" Zeugen, seiner wirren Aussagen.
Ein Lebewesen hinterrücks zu erschiessen, ist für Karl Lüönd etwas magisches. Herr Karl Lüönd ist ein leidenschaftlicher Naturstörer und kein Jäger im traditionellen Sinn, ein Hobby-Jäger eben. Jagd ist Tierquälerei und Unsittlichkeit.
Hoffentlich schiesst Herr Karl Lüönd nicht auch noch so schlecht, wie er über Lebendfallen und andere jagdspezifischen Themen in der Schweiz Bescheid weiss.
Kastenfallen zum Lebendfang sind in der Schweiz zugelassen und kantonal geregelt. So schreibt z.b. der STS im Juli 2010 "Der Einsatz von Lebendfallen soll nur in Ausnahmefällen geschehen, denn jedes gefangene Tier leidet in der engen Falle extrem. Es kann auch zu erheblichen Verletzungen kommen, wenn sich die Tiere selber befreien wollen..."
Natürlich sind Jäger auch mitverantwortlich für die vielen Wildunfälle. Rehe und Hirsche z.b. sind normalerweise tagesaktive Tiere, welche man zutraulich in den unbejagten Gebieten auf den Wiesen sieht, genauso wie andere Weidetiere, Schafe, Ziegen und Kühe. Erst durch den Jagddruck werden sie in die Wälder hineingetrieben, um sich zu verstecken und wo sie weniger Nahrung finden und es auch deshalb zu Verbissschäden kommt. So entstehen Schäden an den Kulturen, weil sie vom Hunger geplagt sind und der Wald nicht ihre natürliche Umgebung ist. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Bremsweg für Autofahrer beim Wildwechsel in den Wäldern viel kürzer ist, als im offenem Gelände, dort wo sich die Wildtiere normalerweise ohne Jagddruck aufhalten würden.
In der Schweiz ereignen sich jährlich rund 20'000 Wildunfälle mit einer hohen Dunkelziffer an nicht gemeldeten Schadensfälle. Dabei gibt es mindestens 60 Schwerverletzte und Sachschäden von über 25 Millionen Franken.
Jäger verursachen viel mehr Schäden als die Tiere selber, denen sie hinterher rennen. Was für eine Plage die Hobbyjäger für die Natur, Umwelt, Menschheit, Tierwelt sind, kann man anhand diversen Rechner und Studien, beim Bund, Versicherungen, SUVA (rund 300 Jagdunfälle pro Jahr in der Schweiz) Gesundheitsämtern, WWF, Greenpeace usw. selber anschauen. Keine Tierart wird so miserable Werte haben, wie die Jäger. Keine Tierart hat einen so schlechten ökologischen Fussabdruck wie die Jäger.
Moderner Erkenntnisstand in Ökologie und Wildbiologie zeigt auf, dass sich die Bestandesdichte von Wildtieren aufgrund von Nahrungsangebot, Territorialität, Klima sowie sozialen und physiologischen Faktoren ohne menschliches Zutun besser regelt. Der Jagddruck sowie andere Faktoren hingegen erhöht die Reproduktionsraten der betroffenen Tierpopulationen, was man sehr gut bei den Wildschweinen, Tauben ja bei allen Spezien beobachten kann (Arterhaltung, Überlebensinstinkt, Geburtenausgleich). Die Natur ist weise und wenn sich eine Spezies in Gefahr sieht, dann steigt die Geburtenrate.
Die Jägerschaft verursacht Personen-, Umwelt-, Sachschäden, Artenschäden usw, die weit über den durchschnittlichen 2% der Verbissschäden durch das Wild an Pflanzen bzw. des Holzertrages liegen. Es gibt Studien die zeigen, dass 90% der Gewaltverbrecher als Tierquäler angefangen haben. Auch die Jagdwaffen führen zu Missbrauch in unser allem Sozialleben. Immer wieder kommt es zu Schusswaffensuiziden, Drohungen und tödlichen Tragödien.
Aus diesem Grund gibt es Tierschutzorganisationen, welche die Tiere vor Barbarereien, Tierquälereien und Gewalt zu schützen versuchen. Genauso wie sich früher schon Menschen dafür eingesetzt haben, dass es Kannibalismus, Sklaverei, Hexenverbrennungen usw. nicht mehr gibt.
Sind Jagdkritiker und Jagdgegner deswegen militant, nur weil sie über das Böse aufklären? Nein, lieber Herr Karl Lüönd, wir haben die Schusswaffen nicht in der Hand und wir morden nicht als Hobby- und Freizeitspass friedliche Lebewesen.




