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02
Sep

Karl Lüönd, ein dunkles Kapitel

Geschrieben von: Wildtierschutz am 02. September 2010. Veröffentlicht in Medien - Medienmitteilungen

Karl Lüönd / Bild: Wikipedia - public domainKarl Lüönd gibt schon fast gebetsmühlenartig Einblicke in ramponierte Jägerpsychen. Neulich wurden Schweizerinnen und Schweizer in einem Artikel im Tagesanzeiger vom 20. August 2010 "Warum ich Jäger bin" und aktuell auch wieder auf der Homepage vom "Jagd Portal" Zeugen, seiner wirren Aussagen.

Ein Lebewesen hinterrücks zu erschiessen, ist für Karl Lüönd etwas magisches. Herr Karl Lüönd ist ein leidenschaftlicher Naturstörer und kein Jäger im traditionellen Sinn, ein Hobby-Jäger eben. Jagd ist Tierquälerei und Unsittlichkeit.

Hoffentlich schiesst Herr Karl Lüönd nicht auch noch so schlecht, wie er über Lebendfallen und andere jagdspezifischen Themen in der Schweiz Bescheid weiss.

Kastenfallen zum Lebendfang sind in der Schweiz zugelassen und kantonal geregelt. So schreibt z.b. der STS im Juli 2010 "Der Einsatz von Lebendfallen soll nur in Ausnahmefällen geschehen, denn jedes gefangene Tier leidet in der engen Falle extrem. Es kann auch zu erheblichen Verletzungen kommen, wenn sich die Tiere selber befreien wollen..."

Natürlich sind Jäger auch mit­ver­ant­wort­lich für die vie­len Wild­un­fälle. Rehe und Hirsche z.b. sind normalerweise tagesaktive Tiere, welche man zutraulich in den unbejagten Gebieten auf den Wie­sen sieht, genauso wie andere Weidetiere, Schafe, Ziegen und Kühe. Erst durch den Jagd­druck wer­den sie in die Wäl­der hin­ein­ge­trie­ben, um sich zu ver­ste­cken und wo sie weniger Nahrung finden und es auch deshalb zu Verbissschäden kommt. So ent­ste­hen Schä­den an den Kul­tu­ren, weil sie vom Hun­ger geplagt sind und der Wald nicht ihre natürliche Umgebung ist. Es ist  wissenschaftlich erwiesen, dass der Bremsweg für Autofahrer beim Wildwechsel in den Wäldern viel kürzer ist, als im offenem Gelände, dort wo sich die Wildtiere normalerweise ohne Jagddruck aufhalten würden.

In der Schweiz ereignen sich jährlich rund 20'000 Wildunfälle mit einer hohen Dunkelziffer an nicht gemeldeten Schadensfälle. Dabei gibt es mindestens 60 Schwerverletzte und Sachschäden von über 25 Millionen Franken.

Jäger verursachen viel mehr Schäden als die Tiere selber, denen sie hinterher rennen. Was für eine Plage die Hobbyjäger für die Natur, Umwelt, Menschheit, Tierwelt sind, kann man anhand diversen Rechner und Studien, beim Bund, Versicherungen, SUVA (rund 300 Jagdunfälle pro Jahr in der Schweiz) Gesundheitsämtern, WWF, Greenpeace usw. selber anschauen. Keine Tierart wird so miserable Werte haben, wie die Jäger. Keine Tierart hat einen so schlechten ökologischen Fussabdruck wie die Jäger.

Moder­ner Erkennt­nis­stand in Ökolo­gie und Wild­bio­lo­gie zeigt auf, dass sich die Bestan­des­dichte von Wild­tie­ren auf­grund von Nah­rungs­an­ge­bot, Ter­ri­to­ria­li­tät, Klima sowie sozia­len und phy­sio­lo­gi­schen Fak­to­ren ohne mensch­li­ches Zutun besser regelt. Der Jagd­druck sowie andere Fak­to­ren hin­ge­gen erhöht die Repro­duk­ti­ons­ra­ten der betrof­fe­nen Tier­po­pu­la­tio­nen, was man sehr gut bei den Wild­schwei­nen, Tau­ben ja bei allen Spe­zien beob­ach­ten kann (Art­er­hal­tung, Über­le­bens­in­stinkt, Gebur­ten­aus­gleich). Die Natur ist weise und wenn sich eine Spe­zies in Gefahr sieht, dann steigt die Geburtenrate.

Die Jägerschaft  verursacht Personen-, Umwelt-, Sachschäden, Artenschäden usw, die weit über den durchschnittlichen 2%  der Verbissschäden durch das Wild an Pflanzen bzw. des Holzertrages liegen. Es gibt Studien die zeigen, dass 90% der Gewaltverbrecher als Tierquäler angefangen haben. Auch die Jagdwaffen führen zu Missbrauch in unser allem Sozialleben. Immer wieder kommt es zu Schusswaffensuiziden, Drohungen und tödlichen Tragödien.

Aus diesem Grund gibt es Tierschutzorganisationen, welche die Tiere vor Barbarereien, Tierquälereien und Gewalt zu schützen versuchen. Genauso wie sich früher schon Menschen dafür eingesetzt haben, dass es Kannibalismus, Sklaverei, Hexenverbrennungen usw. nicht mehr gibt. 

Sind Jagdkritiker und Jagdgegner deswegen militant, nur weil sie über das Böse aufklären? Nein, lieber Herr Karl Lüönd, wir haben die Schusswaffen nicht in der Hand und wir morden nicht als Hobby- und Freizeitspass friedliche Lebewesen.

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Mensch und Tier sind gleichwertig, beide haben das Recht auf Leben und das Recht auf Respekt. Je hilfloser ein Lebewesen, ob Mensch oder Tier, je grösser ist sein Recht auf Unterstützung und Schutz. Menschen haben die Verantwortung, mit Lebewesen würdevoll umzugehen.