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25
Nov

Geheimaktion in Graubünden?

Geschrieben von: Wildtierschutz am 25. November 2010. Veröffentlicht in Medien - Medienmitteilungen

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Jungtiere Unter mittlerer Geheimhaltungsstufe ist auch dieses Jahr die Sonderjagd in GR im Gang. Die „sogenannte“ Herbstjagd in Graubünden ist in Wirklichkeit ein Genozid an Wildtieren.

Der Verein Wildtierschutz Schweiz nimmt dazu wie folgt Stellung:

Davos, 25. November 2010

Was so unter dem Deckmantel der humanen Herbstjagd daher kommt, ist im Kanton Graubünden ein Zusammenschiessen der Wildbestände von Hirsch und Reh um ein fragliches Kontingent  zu erreichen. Ein finanziell interessantes Zusatzgeschäft für das Amt für Jagd und Fischerei.

Es werden Tiere bei kniehohem Schnee erbarmungslos gehetzt. Führende Hirschkühe, halb erwachsene Tiere, trächtige und noch säugende Kühe samt den Kälbern.  Dieses Jahr im Schams, im Rheinwald und in Avers - nur Kälber und Kitze – die den Müttern brutal weggeschossen werden. Die Hirsch- und Rehkühe stehen mit zitternden Flanken daneben, bevor sie in Todesangst fliehen. Es wird solange gejagt, bis das letzte Kalb am Boden ist, wie die Brutalisierte Jägergesellschaften Jäger sich ausdrücken. Das Ganze wird möglichst geheim angegangen, alles unter dem Deckmantel von Hege und Naturliebe und als harmlose Herbstjagd getarnt, um selbst die Einheimischen und die normalen Jäger  zu täuschen,  damit der Massenmord nicht in seiner ganzen Brutalität ans Licht kommen soll.

Das Amt für Jagd und Fischerei zusammen mit Herr Dr. Gerog Brosi als Amtsleiter haben es angeordnet und der Kanton hat es bewilligt. Auch wenn die Sonderjagd "legal" ist – ist sie doch ethisch höchst verwerflich und diese Todesaktionen müssen gestoppt werden. Es muss auch im ureigenen Interesse des Tourismus sein, solche Praktiken nicht zu tolerieren. Wenn alles im Geheimen passieren muss, kann es moralisch sicher nicht rechtens sein. Mit der Sonderjagd muss Schluss sein – genozider Tiermord kann nicht toleriert werden. Jagdmethoden, Lichtjahre vom Tierschutz entfernt, sind einer modernen Gesellschaft unwürdig.

Die Jagd hat versagt. Seit Jahrzehnten versuchen die Jäger die Wildpopulation zu regulieren, was Ihnen bis heute nicht gelungen ist. Wenn kein Jagddruck besteht, geht die Fruchtbarkeit der Wildtiere zurück. Weil mit dem Jagddruck der  natürlicher Instinkt der Wildtiere sie dazu verleite, ihren Bestand hochzuhalten (Arterhaltung, Geburtenausgleich) um die bei der Jagd getöteten Tiere zu ersetzen. Dies ist durch zahlreiche Studien belegt! Ohne Jagd haben wir einen viel zivilisierteren Umgang, wie der Kanton Genf, Holland, Nationalparks, jagdfreie Inseln usw. zeigen.

Sonderjagd 20.11.2010 in Bergün

Der Kan­ton Genf, kennt seit über 35 Jah­ren ein Jagd­ver­bot für die Jä­ger. Genf hat eine sogenannte "Wildpolizei", welche bei wirklichen Problemen ausrückt.  Seit Jahren sind keine Reh- oder Hirschabschüsse nötig, bei einem stabilen Bestand.  Fakt ist, dass es in keinem Kanton in so kurzer Zeit zu einer derart starken Biodiversität kam wie im Kanton Genf.

Seit April 2002 ist die Jagd auf viele Wild­tier­ar­ten in Holland weitgehend abge­schafft wor­den: Wild­schweine, Füchse, Mar­der, nahezu alle Vogel­ar­ten und auch Rehe und Hir­sche dür­fen nicht mehr gejagt werden. Moderne wild­bio­lo­gi­sche und ethische Erkennt­nisse haben sich durch­ge­setzt.

 

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