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09
Jan

Hilfe, Jäger stören die Winterruhe der Wildtiere

Geschrieben von: Wildtierschutz am 09. Januar 2011. Veröffentlicht in Medien - Medienmitteilungen

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Der Verein Wildtierschutz Schweiz nimmt dazu wie folgt Stellung:

Davos, 10. Januar 2011

Mit den Jagdsystemen, Jagdpolitik und mit unserer Landschaft als Lebensraum für unsere Wildarten stimmt einiges nicht!

In der Schweiz findet in verschiedenen Kantone bis tief in den Winter hinein (Ende Februar) die sogenannte Pass- und Fallenjagd statt. Bei diesen hinterlistigen Jagdformen werden Füchse, Dachse, Marder usw. in der winterlichen Notzeit mit Futter (Katzen- und Hundefutter, Jagdabfälle, Innereinen usw.) angelockt, vertraut gemacht und getäuscht, nur um sie sinnlos und zum Spass töten zu können. Aus Schlafzimmern, Maiensäss, Passhüttchen ausgestattet mit einem Tarnfensterchen wird geschossen.

Egal ob es der gesunde Vaterfuchs oder sogar möglicherweise die Mutter der im Bau liegenden Jungen ist.  Gejagt werden sie durchgehend bis 1. März ab dem 15. Juni. Von Jagd kann da wirklich nicht mehr die Rede sein.

Gleichzeitig wird die normale Bevölkerung von den gleichen Jägerkreisen bevormundet. Mann/Frau solle die Wildtiere im Winter nicht stören, am besten möglichst gleich zu Hause in den eigenen vier Wänden bleiben usw. Dabei sind es die Jäger, welche das ganze Jahr über in der Tierwelt Tod, Angst und Schrecken verbreiten.

Als besonderst dekadent muss auch die Baujagd bezeichnet werden, wo scharfgemachte und manipulierte Hunde Spielzeuge der Jäger werden müssen, um Panik und Tod in den Bauten mit Jungtieren von Fuchs und Dachs zu verbreiten.

Natürlich wird von den Jägern der Fuchs auch so intensiv bejagt, weil er ein Beutekonkurrent ist. Immer wieder hören wir, dass der auf der roten Liste vermerkte Feldhase in die Pfanne der Jäger gehört. Der Fuchs wird durch die Jäger zum Wegwerfartikel degradiert.

In den Wintermonaten Januar und Februar ist Paarungszeit bei den Füchsen. Es ist generell ethisch völlig unverantwortlich während der Paarungs- und Aufzuchtzeit Jagd auf Wildtiere zu veranstalten, so wie das in der Schweiz praktiziert wird.

In einer zivilisierten Gesellschaft erfolgen wissenschaftlich längst überholte "Bestandesregulierungen" von mitfühlenden Lebewesen nicht durch Mord und Totschlag, ausser zum Spass.

Es gibt dauernd Schiessereien, Mensch und Tierwelt werden jahrein jahraus durch die Grünröcke gestört und belästigt. Frei nach dem Motto: "Nur ein toter Fuchs ist ein guter Fuchs". Dabei haben die intelligenten Füchse viel Ähnlichkeit  und Verhalten mit dem Haustier Hund oder Katze.

Der Fuchs ist unser Freund und kein Schädling, wie von den Jägern unfachmännisch verbreitet wird.  Als Ratten,- Mäuse- und Aasvertilger ist er auch ein wichtiger Gesundheitspolizist.

Die heutige Jagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, das ökologische Gleichgewicht aller Wildtier, ihre natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauten und Verstecken, Wechsel von Tag– zur Nacht­aktivität, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in den Wäldern usw.

Nicht selten kommt es bei der Passjagd auch zu Luchsabschüsse oder anderen geschützten Tiere, weil Freizeitjäger die Unterscheidungskraft fehlt.

Es gibt keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass die Jagd die Befallsrate der Füchse mit dem Fuchsbandwurm reduzieren kann. Meistens sind es die Jäger, die von den Krankheiten betroffen sind.  Auch bei der Tollwut führten einzig flächendeckende Impfaktionen mit Auslegung von Impfködern zum Erfolg - die Fuchsjagd hatte sich Studien zufolge als kontraproduktiv erwiesen und zur Ausbreitung der Tollwut sogar beigetragen.

Laut Wissenschaftlern gibt es auch keine Überpopulation an Füchsen, wenn die Jagd eingestellt wird. Neuestes Fallbeispiel ist England mit einer von der Universität Bristol geführten Langzeitstudie. Je höher die Population z. B. durch starken Jagddruck desto mehr Jungfüchse - je stabiler die Population ohne Jagddruck desto weniger Jungfüchse.

Der Fuchs hat eine Schonzeit vom 1. März bis 15. Juni. Die Welpen welche jedoch im März/April auf die Welt kommen, leben in der geschützten Obhut der Eltern bis zum Zeitraum Sept.-Nov. und suchen sich anschliessend ein neues Revier/Bau. Von Schonzeit der Jungtiere und Elterntiere kann keine Rede sein. Die Fähen bleiben manchmal bei den Eltern im Bau, um im nächsten Jahr bei der Aufzucht der Jungtiere der Eltern mit zuhelfen.

Füchse leben in Familiengruppen und zeigen ein ausgeprägtes Sozialleben. So werden durch Zerstörung sozialer Tierstrukturen nicht nur neue Paarbildungen verursacht, wo jedes weibliche Tier befruchtet wird und damit die Geburtenrate erhöht, sondern auch verstärkt Krankheiten übertragen, welche angeblich durch die Jagd bekämpft werden sollen. 

Auch gegen die Staupe gibt es seit Jahrzehnten bewährte Impfstoffe. Weitaus mehr Menschen kommen jährlich durch Jagdunfälle zu Schaden, als durch Krankheiten der Wildtiere.  Krankheiten sind immer auch eine natürliche Bestandesregulierungen in der Tierwelt. Menschen haben das Recht krank und geheilt zu werden, Wildtiere nicht. Welch ein Hohn.

Die Jäger haben sich vor einiger Zeit frech und ganz offiziell zu Naturschützern ernannt. Damit wurde bei uns der Bock zum Gärtner und der friedliche Naturfreund zum Deppen gemacht. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks, jagdfreien Gebieten und Fallbeispiele wie Genf, Holland oder England zeigen: Es geht Natur, Biodiversität und Tieren ohne Jagd viel besser!

Verein Wildtierschutz Schweiz

Postfach 63
7270 Davos 2 Horlauben
Schweiz

Sekretariat Tel: +41 (0) 81 422 21 11

Oftmals sind es auch illegal erstellte Jägereien

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