«Jagdsaison in Graubünden wegen Tierquälerei abgesagt!»
Artikel wurde im Prättigau – Gipfelzytig – publiziert.
Tierfreunde, Tierschützer, Freunde einer intakten Natur, sowie Sportler und Pilzler, Touristen und viele mehr würden mit grosser Freude und Erleichterung auf diese Nachricht reagieren.
Doch in wenigen Tagen ist es wieder soweit. Im ganzen Kanton Graubünden, erliegen getriebene Hobby-Jäger ihrer Krankheit, nämlich dem unsäglichen Jagdfieber. Fehlgeleitete Menschen, die Freude daran haben, schon in den frühen Morgenstunden unschuldigen Wildtieren mit dem Gewehr eine Kugel heranzutragen.
Sie verbreiten mit ihren Waffen Terror und Schrecken in der Tierwelt sowie in unserer Umwelt. Zu den von militanten Jägern verfolgten Wildtiere gehören u.a. Rotwild, Rehwild, Gamswild, Steinwild sowie Feldhasen, Murmeltiere, Füchse, Schneehühner, Stockenten und Fasane bis hin zu den verschiedensten Arten von Tauben und Krähen.
Natürlich auch Tierarten, die auf der roten Liste stehen. Im Kanton Graubünden machen noch 3,2% der Bevölkerung bei diesen Barbareien mit, schweizweit gehen noch 0,3% der Bevölkerung auf die Jagd. Die Tourismus-Gebiete werden zum Kriegsgebiet und Touristen wandern ab. Es wird über Wanderwege hinweg geschossen, schockierte Eltern und Kinder begegnen nicht selten übelriechenden und schwer bewaffneten Hobby-Jägern, oftmals sogar alkoholisiert und mit noch blutenden Tiefkadavern auf dem Rücken.
Touristen wollen lebende und nicht tote Tiere sehen, zivilisierte Natur erleben und keine Naturschänder. Sie wollen in der frischen Bergluft Ruhe und Erholung finden und nicht Büchsenlärm und Tierquälereien.
Jagd ist Tierquälerei und Unsittlichkeit. Nicht umsonst unternehmen namhafte Tierschutzorganisationen regelmässig grosse Anstrengungen, um solchen Barbareien Einhalt zu gebieten. Aktuell eine Petition des Schweizerischen Tierschutzes, STS, www.tierschutz.com/jagdpetition.
Die Jagd ist in der Schweiz in Strukturen eingebunden, die demokratische Regeln konterkarieren. Jäger sind oftmals Leiter der Jagdbehörden, entscheiden in eigener Sache über Auslegung, Anwendung und Sanktionen jagdlicher Vorgänge. Diese jagdfreundlichen Strukturen decken personell den gesamten gesellschaftlichen Bereich ab, ein Netzwerk, dass den Beteiligten Vorteile und Abhängigkeiten garantiert.
Jagd bringt den Wildtieren grosses psychisches Leid. Angst, Schrecken und Terror vor dem Abschuss, ist ein Leben lang ihr Begleiter. Die heutige Jagd widerspricht eindeutig einem aufgeklärten, ethischen und zivilisierten Verständnis von Natur und Tieren.
Wann werden auf Grund dieser Tatsachen, diese Tierquälereien endlich beendet? Wann heisst es: «Jagdsaison in der Schweiz wegen Tierquälerei abgesagt?»
Astrid Wallier, Davos Platz




