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Argumente gegen die Nachjagd (Sonderjagd, Herbstjagd, Quäljagd)

Sonderjäger im tiefen Schnee Die Sonder- oder Nachjagd hat verschiedene Namen in Graubünden. Harmlos als „Herbstjagd“ bezeichnet, ist  es eine unglaublich brutale Dezimierjagd ohne Gnade. Die Sonderjagd, welche dieses Jahr in Graubünden vom 6. November bis 19. Dezember, immer jeden Mittwoch und jeden Samstag/Sonntag ab 06.45-14.00 Uhr läuft, hat das Ziel alle Tiere zu schiessen, die vom Amt für Jagd und Fischerei GR zur sogenannten Regulierung des Bestandes zum Abschuss freigegeben werden.

Über eine spezielle Telefonnummer (0900 820 844) oder über das Internet wird den Sonderjägern mitgeteilt, wo was geschossen werden kann. Zum Beispiel Hirschwild,  das heisst dann alles ausser den kapitalen Hirschen kann getötet werden, also alle Altersgruppen, säugende Kühe, Kälber, Jungtiere usw. oder es kann heissen nur Kälber. Dann werden die säugenden Kälber den Müttern weggeschossen (die Kühe können die Milch nicht abgeben, was mit Schmerzen verbunden ist und sie suchen ihre Kälber über Tage).  Falls nur ein Tier pro Jäger erlaubt ist, ist es oft die Kuh und das Kalb bleibt alleine und geht elendiglich zugrunde.

Kein Rudel nimmt ein einzelnes Kalb auf. Dasselbe gilt bei Rehen. Natur- und Tierfreunde versuchen, die Rehkitze im Frühling vor dem Mähdrescher zu retten und sie werden auf der Nachjagd brutal abgeschossen. In Klosters zB gab es einen Sonderjäger, der letztes Jahr ein ganzes Rudel ( 6 Tiere) zusammengeschossen hat.

Es hat uns viel Überwindung gekostet die Tötungen mitansehen zu müssen und zu fotografieren oder filmen.  Aber es musste sein, damit die Öffentlichkeit endlich erfährt, was in einem Tourismuskanton, wo Gäste wegen der intakten Natur und der schönen Gegend mit seinen Tieren kommen, im Geheimen abläuft. Ein Hohn mit Steinböcken zu werben und dann bei klirrender Kälte und meterhohem Schnee, Tiere, die dringend in die Wintereinstände sollten, erbarmungslos zu massakrieren.

Was ist das für eine Regierung, was für ein Grossrat, die solche Methoden tolerieren und was sind diese Sonderjäger für Menschen? Wie sieht ihr Psychogramm wohl aus?

Argumente dagegen:

  1. Kleine Tierbestände (ist man kein Jäger, sieht man als Einheimischer, Tourist praktisch keine Wildtiere mehr), Die Sonderjagd ist eine menschenunwürdige Tötungsaktion, für die sich ein normaler Mensch schämen müsste.
  2. Ethisch verwerfliche Horrorjagd (Abschuss von einzelnen Jung- und Muttertieren (wird nur die Mutterkuh geschossen, überleben auch die Jungtiere nicht)  trächtigen Wildtieren; grausame Form der "Jagd, - ein Gedankengut aus dem Mittelalter )
  3. Wildtiere brauchen Ruhe, Reserven für den Winter und keine Jäger oder Jagddruck ( eine unbegreifliche Aktion seitens der Regierung und des AJF)
  4. Schizophrene Jagdplanung der kantonalen Ämter (auf der Hochjagd im September ist der Abschuss von Jung- und Muttertieren usw.  verboten, unethisch und wird gebüsst,  aber auf der Herbstjagd ausdrücklich erwünscht) 
  5. Störungen des Gemeindelebens und Beeinträchtigung der Lebensqualität der EinwohnerInnen. Adventszeit,  Lärm, Schiessereien,  Umweltverschmutzung durch die Sonderjäger, rauhes und gewaltgeladenes Auftreten der Sonderjäger
  6. Tierquälerei, gegen den Tierschutz in einer zivilisierten Gesellschaft
  7. Jäger mit fragwürdigem und skrupellosem Charakter, brutalisierte Jagdgesellschaften
  8. Gefahr der Illegalitäten (Handy's, Absprachen, Anfahrten mit Autos, versteckte Treibjagden usw.)
  9. Negative genetische Auslese (Abschusswillkür)
  10. Sonderjagd stört und versprengt die Wildtiere aus den Wintereinständen
  11. Sonderjagd/Jagd stört auch andere Wildtiere
  12. Sonderjagd/Jagd zerstört Familienstrukturen der Wildtiere
  13. Sonderjagd/Jagd zerstört Sozialverbände der Wildtiere
  14. Sonderjagd/Jagd bringt den Wildtieren psychisches Leid;  Angst, Schrecken und Terror vor dem Abschuss ist ein Leben lang ihr Begleiter
  15. Sonderjagd/Jagd zwingt die Wildtiere zum Wechsel von Tag- zur Nachtaktivität
  16. Sonderjagd/Jagd zwingt die Weidetiere Hirsch und Reh zum unnatürlichen Einstehen im Wald zur Deckung sowie Versteck - und fördert unnötigerweise den Waldverbiss, da die Tiere in ihnen unbekannten Einständen sind.
  17. Sonderjagd/Jagd ist unchristlich
  18. Sonderjagd/Jagd ist unzivilisiert
  19. Sonderjagd/Jagd verbreitet schlechte Energie im Wald und Natur für normale Menschen und die Tierwelt
  20. Sonderjagd/Jagd fördert asoziales Verhalten
  21. Die Jagd hat grundsätzlich versagt, und die Behörden fördern eine degenerierte und unmoralische Jägereinstellung. Eine blutige, tierverachtende Einnahmequelle ist die Sonderjagd
  22. "Unethische" Methode zur Geldbeschaffung der kantonalen Ämter für Jagd und Fischerei
  23. Extrem fragwürdige Motive (Abschusszahlen, Kontingente, Waldschäden)
  24. Problem mit Tourismus, Natur- Tierfreunde, Gästen
  25. Gewaltverherrlichung mit den Schusswaffen (schlechtes Vorbild für die Jugend, und verheerend für den Tourismuskanton Graubünden)

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Mensch und Tier sind gleichwertig, beide haben das Recht auf Leben und das Recht auf Respekt. Je hilfloser ein Lebewesen, ob Mensch oder Tier, je grösser ist sein Recht auf Unterstützung und Schutz. Menschen haben die Verantwortung, mit Lebewesen würdevoll umzugehen.