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24
Jul

Wann kommt eine gerechtere Jagd?

Geschrieben von: Wildtierschutz am 24. Juli 2010. Veröffentlicht in Aktionen - Forderungen

Feldhase / Bild: Olivier GillieronMit grosser Freude haben wir zur Kenntnis genommen, dass Pro Natura auch die Auffassung vertritt, dass die Jagd in der Schweiz modernisiert werden muss.

Nach dem Studium einiger Statements zur Jagd von einigen der Befragten im aktuellen Print-Magazin von Pro Natura vom Juli 2010 kommt auch der Verein Wildtierschutz Schweiz zum Schluss, dass der Fisch vom Kopfe her stinkt!

Es ist unabdingbar, dass die Jagd in der Schweiz aus den wirren Phantasien bestimmter Jäger geholt wird und gesamtschweizerisch nach unabhängigen, modernen wildbiologischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie ethischen und moralischen Gesichtspunkten geregelt wird. Es herrscht schweizweit kantonsübergreifend ein durchtriebenes Chaos auf dem Buckel empfindsamer Lebewesen und der Bevölkerung.

Beispiele gefällig?

  • Friedliche fotografierende Spaziergänger werden z.b im Kanton Graubünden während der Niederjagd auf den auf der Roten Liste stehenden Feldhasen von Jägern mit Schusswaffen bedroht und mit Aussagen konfrontiert; "Sähe ich hier einen Luchs, gäbe es einen schönen Bettvorleger".
  • Während die Biologin und Jägerin Karin Hindenlang, Mitglied im Pro Natura Zentralvorstand in Zürich, davon träumt, dass die Jagd ein Menschenrecht sei.
  • Reinhard Schnidrig, Leiter der Abteilung Jagd beim Bafu in der Hauptstadt behauptet derweilen, dass der Mensch ein Anrecht aufs Jagen hat, nicht aber auf Beute. Sein Motto: "Nie ist das Töten mein Ziel, das Beute machen aber schon".  Wieso geht er dann nicht Beeren sammeln?
  • Der sympathische Herr Christian Siegenthaler, Wildhüter im Kanton Bern, gibt gar keine genaue Antwort mehr auf die Frage: "Was fasziniert Sie an der Jagd?"
  • Und der Präsident von Jagd Schweiz, Herr Egli Hanspeter aus St. Gallen, geht ausgewählte Wildtiere ernten!

Jeder gesunde Menschenverstand hat Ehrfurcht vor dem Leben und niemand hat pauschal das Recht Leben zu nehmen, auch nicht wenn er glaubt es sei ein Menschenrecht, Tradition oder Erntezeit. Dies ist ein universelles Gesetz für rechtschaffene Menschen.

Es gibt keine Weltreligion die den Konsum von Fleisch oder das Töten von Lebewesen befürwortet. An diesen höheren Idealen sollte man sich orientieren und nicht an den Neandertalern aus der Steinzeit. Wir sollten auf der Erde bemüht sein ein friedliches Zusammenleben aller fühlenden Lebewesen zu erreichen und nicht Kriegsschauplätze im Tierreich organisieren.

Wenn Jagd Kultur ist, wäre Kannibalismus immer noch Gastronomie.

  • dass Jahr für Jahr unzählige Menschen durch Jäger und Jägerwaffen verletzt werden, teilweise so schwer, dass sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen Glieder amputiert werden muss?
  • dass Kastenfallen Tieren oft einen stundenlangen Todeskampf bereiten?
  • dass jährlich in der Schweiz knapp 120’000 Rehe, Hirsche, Füchse, Murmeltiere und Gämsen ermordet werden
  • dass es wegen den Jägern heute kaum mehr möglich ist, mit den friedlichen Tieren in Harmonie zu leben?
  • dass Schrotladungen die Hasen wie kleine Kinder aufschreien lassen und "Deformationsgeschosse" Rehen und Hirschen die Innereien zerfetzen, damit sie auf der Flucht Spuren für die "Nachsuche" hinterlassen?
  • dass die Behauptung der Jäger, diese grausamen Massaker seien notwendig, um die Tierbestände zu regulieren, längst wissenschaftlich widerlegt ist?
  • dass die Jäger offen zugeben, dass es bei der Jagd um die "Lust am Töten" und "die Freude am Beute machen" einer krankhaften "Passion" geht?
  • dass die überwiegende Mehrheit keine Berufsjäger sind, sondern die Jagd als Hobby und Freizeitvergnügen ausüben, was nicht sittlich ist und eigentlich dem Tierschutzgesetz widerspricht?
  • dass nur etwa 0.3 % der Menschen in der Schweiz Jäger sind?
  • dass sie bestimmte Tierarten gezielt dezimieren, um keine Konkurrenz zu haben für ihr widernatürliches Verhalten?
  • dass bei den Wildschweinen normalerweise nur die Leitbache Junge bekommt, aber aufgrund ihres Abschusses alle weiblichen Tiere sich fortpflanzen und wir auch deshalb eine Wildschweinschwemme haben?
  • das Rotwild ursprünglich auf Feldern und Wiesen lebte und nicht im Wald?
  • dass mit dem Jägerlatein eine Verhöhnung von Lebewesen stattfindet
  • dass in manchen Kantonen die Jäger nur des zarten Fleisches eines Jungtieres wegen auf die Jagd gehen?
  • dass sie Mutterkühe vor ihren Jungtieren erschiessen,  während der Aufzuchtszeit (Nach-Sonderjagd)?
  • dass sie die Umwelt, Natur, Mensch und Tier mit Ihrem Bleischrot vergiften?
  • dass sie im strengen Winter hungernde Tiere mit Futter anlocken, nur um sie hinterhältig erschiessen zu können (Passjagd)?
  • dass sie scharf gemachte Hunde in Höhlen hetzen, um Füchse und Dachse zu eliminieren (Baujagd)?
  • dass sie friedliche Lebewesen in Kastenfallen locken, in denen sie zum Teil tagelang leiden und auf ihren Mörder warten müssen (Fallenjagd)?
  • dass sie friedliche Tiere hinterhältig und feige mit hochmodernen Präzisionswaffen aus dem Hinterhalt verletzen und ermorden?
  • dass sie Auszeichnungen, Fellmärkte, Preisverleihungen für den Trophäenkult, Trophäenschauen usw. unterstützen?
  • dass sie minderjährigen Schulkindern Schusswaffen in die Hände drücken und mit ihnen das Töten üben?
  • dass sie ihre qualvollen Taten meist in der Einsamkeit ausführen, was Tierquälereien fördert?
  • dass sie über 50% der Wildtiere nur schwer verletzen und die Opfer müssen so oft stundenlang unter enormen Qualen und Angst leiden, bis ein Schweisshund sie findet und ermordet werden?
  • dass sie mit ihren Waffen und Barbareien auch zahlreiche andere Menschen in Gefahr bringen?
  • dass sie (ausser der Vivisektion) den Tieren am meisten Qualen und Missbrauch zufügen, auch durch die Art des Tötens?
  • dass sie Verbissschäden geradezu fördern durch den Jagddruck?
  • dass sie der Bevölkerung normale natürliche Tierbeobachtungen und Interaktionen vorenthalten?
  • dass es kein grösseres Quälprodukt gibt, als Wildbret?
  • und und und

Solch schändliche Taten scheinen bei den heutigen Jägern tolerierbar zu sein, nicht aber vor dem Rest der informierten schweizerischen Bevölkerung, wie eine Studie des schweizerischen Tierschutzes von 2009 klar aufzeigt.

Eine Dummheit bleibt eine Dummheit, auch wenn ihr 30'000 Jägerinnen und Jäger hinterher rennen.

Die "Jäger" von heute sind keine richtigen Jäger (Jagd zur notwendigen, überlebenswichtigen Nahrungsmittelbeschaffung), sondern organisierte Eigenheiten oftmals aus einem Umfeld aus Filz und Vetternwirtschaft. Dubioseste Begründungen werden vorgeschoben, um ihre blutigen und feigen Freizeitaktivitäten aufrecht zu erhalten.

99.6 % der Schweizer Bevölkerung sind keine Jägerinnen und Jäger und dies aus gutem Grunde. Sie haben sich ethisch und moralisch weitergebildet und gehen in ihrer Freizeit sinnvolleren Tätigkeiten in der Natur nach, als friedliche Tiere zu töten. Jagd ist grausam!

  • Was sind das für Menschen, die den Waffengebrauch zur Leidenschaft gemacht haben, um damit Konflikte zu lösen?
  • Die fieberhaft an ihren Büchsen hängen, wenn es doch längst wissenschaftlich erwiesen ist, dass heute in der Schweiz niemand mehr jagen muss, um zu überleben?
  • Die lieber wochenlang auf die Hochjagd gehen, anstatt mit ihren Familie Urlaub zu machen?
  • Die einschlägige Jagdmagazine lesen, wo gewalttätige finstere Gestalten mit Waffen posierend sowie Bilder mit aufgehängten, friedlichen Lebewesen dem schockierten Leser präsentiert werden?

Gibt es keine Alternativen?

Wieso kann z.b der Kanton Genf, der seit über 30 Jahren die Jagd für die Lusttöter abgeschafft hat, jagdfreie Nationalparks, in weiten Teile Belgiens und Hollands wurde die Hobby-Jagd fak­tisch abge­schafft usw, kein Vorbild sein in den übrigen Kantonen in der Schweiz, für mehr Natur- und Tierschutz sowie Biodiversität?

Die Jagd in der Schweiz ist in jeder Hinsicht von einer in der Steinzeit zweckorientierten und legitimer Berechtigung zum Überleben sehr weit abgedriftet und zu einem Spaß-Morden an Tieren verkommen. Die zuständigen kantonalen Behörden organisieren fleissig attraktive Jagden und Fischereien für gewisse Individuen. Dieses Treiben ist aber für eine moderne und friedliche Gesellschaft, wie die unsrige, als solches nicht mehr länger hinnehmbar. Die Bevölkerung wünscht Ruhe und Frieden in den Erholungsräume und keine Kriegsspielereien sowie Abschlachtungen von ein paar Unverbesserlichen. Der moderne Mensch erfreut sich am Austausch mit der lebenden Tierwelt und Natur.

Ökologischer Fussabdruck

Die Jägerschaft ist mitverantwortlich für die vielen Wildunfällen. Schweizweit kollidiert durchschnittlich jede Stunde ein Auto mit einem Reh. Daraus ergeben sich pro Jahr 20 000 verunfallte Tiere im Strassenverkehr. Dabei werden 60 Personen verletzt und es entsteht Sachschaden von 25 Millionen Franken. Es gibt eine Studie aus Frankreich, die zeigt, dass die Jägerschaft viel mehr Schaden anrichtet, als das Wild dem die Jägerinnen und Jäger hinterherjagen.  Die Jägerschaft  verursacht Personen (rund 300 Jagdunfälle pro Jahr in der Schweiz), Umwelt, Sachschäden, Artenschäden usw, die weit über  den durchschnittlichen 2%  der Verbissschäden durch das Wild an Pflanzen bzw. Holzertrages. Und es gibt Studien die zeigen, dass 90% der Gewaltverbrecher als Tierquäler angefangen haben. Echter Tierschutz ist auch Menschenschutz.

Ist der ökologische Fussabdruck der Jäger umweltfreundlicher, als jener der friedlichen Wildtiere? Was für eine Plage die Jäger für die Natur, Umwelt, Menschheit, Tierwelt, Biodiversität sind, kann man anhand diversen Rechner und Studien, beim Bund, Versicherungen, SUVA (rund 300 Jagdunfälle) Gesundheitsämter, WWF, Greenpeace usw. selber anschauen. Keine Wildtiergruppe wird so miserable Werte haben wie die Jäger.

Jäger teilen Tiere in "Schädlinge" und "Nützlinge" ein. Welcher  authentischer Natur- und Tierschützer macht das schon? Wer geht schon mit dem Gewehr in die Natur und schiesst die Tierwelt, die Natur zurecht?

Echte Naturfreunde brauchen kein Gewehr um zu hegen und zu pflegen. Echte Naturschützer sind keine Gewalttäter.

Karin Hutter trifft den Nagel auf den Punkt: "Der Jäger liebt die Natur, wie der Vergewaltiger sein Opfer"!

Dessen ist sich auch die Jägerschaft mehr und mehr bewusst. Man ist deshalb zur Zeit sehr darum bemüht, mit allen erdenklichen Scheinargumenten eine Notwendigkeit dieser Jagd der Bevölkerung vorzutäuschen, nur um das sinnlose Morden irgendwie zu rechtfertigen.

Moderner Erkenntnisstand in Ökologie und Wildbiologie zeigt auf, (unter anderem durch Herr. Prof. Josef H. Reichholf von der zoologischen Staatssammlung aus München, Prof. Carlo Consiglio aus Rom, Tierarzt Bruno Bassano Nationalpark Gran Paradiso usw. ) dass sich die Bestandesdichte von Wildtieren aufgrund von Nahrungsangebot, Territorialität, Klima sowie sozialen und physiologischen Faktoren ohne menschliches Zutun regelt, wenn sie nur könnte. Der Jagddruck sowie andere Faktoren hingegen erhöht die Reproduktionsraten der betroffenen Tierpopulationen, was man sehr gut bei den Wildschweinen, Rehe, Hirsche, Tauben ja bei allen Spezies (Arterhaltung, Überlebungsinstinkt, Geburtenausgleich) beobachten kann. Die Natur ist weise und wenn sich eine Spezies in Gefahr sieht, dann steigt die Geburtenrate. Diesbezügliche wissenschaftliche Studien1 gibt es z.B. in Frankreich und Deutschland.

Die heutige Jagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, ökologische Gleichgewicht, ihre natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauen und Verstecken, Wechsel von Tag– zur Nacht­aktivität, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in den Wäldern usw.

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur wieder auf.

Jäger bezeichnen sich gerne als diejenigen, die die Verantwortung für Tier und Natur übernehmen. Doch ihre Praktiken stehen dazu im krassen Widerspruch. Die unzähligen Tonnen Blei welche die Jäger in der Natur zurücklassen beim Schiessen, ist reiner Ökoterror. Blei ist ein giftiges Schwermetall. Es wirkt sich beim Menschen höchst negativ auf den Blutkreislauf aus und kann zu Magenerkrankungen, Nierenstörungen oder Kopfschmerzen führen. Doch Bleimunition ist nicht nur für Menschen schädlich, es ist auch eine besonders grausame Form der Jagd. Tiere, die angeschossen werden, aber weiterleben, gehen oft danach an einer Bleivergiftung zugrunde. Bleimunition löst unter lebenden Tieren eine Kettenreaktion aus, die sich im Extremfall auf die komplette Flora eines Waldes auswirken kann. Bleischrot in Ufernähe wirkt sich auf den Bleigehalt des Wassers und damit auf die Fische und Vögel, die sich in Wassernähe befinden, aus. Besonders schlimm ist es aber, wenn ein angeschossenes Tier später stirbt und dann von anderen Tieren des Waldes gefressen wird. Dann gehen nämlich auch diese Tiere elendiglich zugrunde. Die Jagd an sich ist sowieso schon reine Tierquälerei, man muss es nicht noch durch Bleimunition verschlimmern.

Eine gerechtere Jagd hätte keine negativen Auswirkungen auf den Naturhaushalt, die Artenvielfalt, das Seuchengeschehen oder die Finanzhaushalte. Vielmehr würde der unglaublichen Tierquälerei durch die Hobbyjägerei ein Riegel vorgeschoben werden. Die Artenvielfalt würde sich - renommierten Wissenschaftlern folgend und Fallbeispielen - ohne die Jagd wesentlich besser entwickeln. Zahlreiche wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass der Verbiss durch Rehe und Hirsche sogar nützlich ist, weil es eine Zunahme der Biodiversität (hier die Artenvielfalt der Pflanzen) verursacht. Der Seuchengefahr kann durch Impfungen wirksamer entgegengewirkt werden und selbst die Staatsfinanzen könnten durch ein effektiveres Reh- und Rotwildmanagement gestärkt werden (Reduzierung von Waldschäden). Gefordert ist hier politischer Wille und Mut, in das jagdliche Brauchtum signifikant einzugreifen und Gesetze auf den Weg zu bringen, welches den veränderten Bedingungen des 21. Jahrhunderts, den wissenschaftlichen Erkenntnissen, dem modernen Tier- und Artenschutz und der Mehrheit der Wähler gerecht wird.

Der Verein Wildtierschutz Schweiz ist dagegen, dass man Konflikte mit den Wildtieren, wenn es sie denn auch tatsächlich geben sollte, nur mit dem primitivsten Instrument der Waffen, sprich Gewalt, löst. Er fordert vermehrte  geschützte und natürliche Lebensräume für die Wildtiere.

Die heute mehrheitlich aus Spass gejagten Tiere, sind friedliche Lebewesen, welche mindestens genauso eine Daseinsberechtigung haben, um sich an unserer gemeinsamen Evolution zu beteiligen und sie sind auch von der Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer gerne gesehene Tiere auf Spaziergängen, Wanderungen in Wald und Flur.

1- Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren z.b. die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Das Ergebnis wurde nun im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren Wildschweine ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009) Mit dieser Studie ist bewiesen, dass die starke Vermehrung bei Wildschweinen nicht auf nur vom Futterangebot abhängt, sondern auch von der intensiven Bejagung.

- Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter statt findet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. „Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort“, sagt Reichholf. Professor Josef Reichholf, ist ein vielfach ausgezeichneter, national wie international renommierter Experte auf den Gebieten, auf denen er arbeitet. Von ihm stammen rund 800 wissenschaftliche Veröffentlichungen. Er ist Herausgeber der „Naturenzyklopädie Europa“ (12 Bde.) und der „Naturenzyklopädie Welt“ (6 Bde.). Selbst seine Monographien (Bücher), die direkt mit unserem Thema zu tun haben, umfassen mehr als ein Dutzend Bände. Unter anderem: Tiere des Waldes (1978) / Der schöpferische Impuls: Eine neue Sicht der Evolution (1992) / Comeback der Biber (1993) / Der blaue Planet: Einführung in die Ökologie (1998) / Die Zukunft der Arten (2005) / Der Bär ist los: Ein kritischer Lagebericht zu den Überlebenschancen unserer Großtiere (2007) / Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends (2007) / Stadtnatur (2007) / Ende der Artenvielfalt? Gefährdung und Vernichtung von Biodiversität (2008) / Stabile Ungleichgewichte / Die Ökologie der Zukunft (2008) etc. Und wie jeder gute Wissenschaftler stützt Reichholf sich bei seinen Aussagen keineswegs nur auf eigene Forschungen und Beobachtungen, sondern er zitiert zahllose Studien anderer Wissenschaftler aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen und Ländern.

- Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“

 

 
Mensch und Tier sind gleichwertig, beide haben das Recht auf Leben und das Recht auf Respekt. Je hilfloser ein Lebewesen, ob Mensch oder Tier, je grösser ist sein Recht auf Unterstützung und Schutz. Menschen haben die Verantwortung, mit Lebewesen würdevoll umzugehen.