Dossiers
Vergrämung
Grundsätzlich muss jeder Tierhalter seine in Obhut genommenen und gefährdeten Tiere auch gut schützen, sei es mit einem Zaun, Hirtetätigkeit oder feste Installation. Hühner, Kaninchen etc. sollten nachts im verschlossenen Stall eingesperrt werden.
Komposthaufen sind immer ein Anziehungs- und Treffpunkt für Wildtiere und sollten gegebenenfalls zugedeckt werden. Möglichst kein Fallobst liegenlassen, Beeren vergittern. Haushaltsmüll, Grünabfälle usw. gehören in solide verschlossene Behälter oder Mülltonnen. Abfallsäcke sollten nicht tagelang auf der Strasse stehen, sondern erst am Tag der Kehrichtsabfuhr. Futternäpfe von Hauskatzen sind ebenfalls attraktiv für Wildtiere.
Sollte sich doch einmal ein aufdringlicher Gast im Garten niederlassen, gibt es z.B. die Umsiedlungsmöglichkeit mit dafür für alle Grössen bestimmten Lebendfallen. Fallen sind jedoch nicht selektiv. Oft werden deshalb andere Tiere als die Schaden stiftenden gefangen (Katzen, Iltisse, «fremde Marder» etc.). Diese Problematik kann man minimieren, indem man die Fallen direkt oder in unmittelbarer Nähe vor den Verstecken der einzufangenden Wildtieren aufstellt.
Wildtierstimmen
Haben Sie gewusst, dass der Ausdruck Niederwild die Arten bezeichnet, welche früher nur vom "Niederen Adel" bejagt werden durften? Das Privileg des "Hoch Adels" war hingegen die anderen Wildtierarten - das Hochwild. Das Niederwild wird in 2 Gruppen unterteilt: Das Haarwild (Fuchs, Dachs, Wildschwein, Feldhase, Luchs, Stein- Baummarder, Hermeline, Eichhörnchen) und das Federwild (Fasan, Wachtel, Blässhühner, Stockente, Elster, Eichelhäher, Nebelkrähe, Rabenkrähe, Amsel-Schwarzdrossel, Ringeltaube, Waldschnepfe, Drossel)
| Der Wolf | ![]() |
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| Das Wildschwein | ![]() |
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| Der Rothirsch | ![]() |
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| Der Rotfuchs | ![]() |
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| Das Reh | ![]() |
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| Der Igel | ![]() |
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| Der Dachs | ![]() |
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| Das Eichhörnchen | ![]() |
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| Der Feldhase | ![]() |
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| Der Luchs | ![]() |
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| Der Baummarder | ![]() |
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Vorbild Holland
Hollands Wildtiere können aufatmen: Denn ab April 2002 ist die Jagd dort weitgehend abgeschafft. Hintergrund: In den Niederlanden wurde 1998 das »Flora- und Faunawet« verabschiedet, ein neues Naturschutzgesetz, das die meisten Tierarten ganzjährig unter Schutz stellt. Wildschweine, Füchse, Marder, nahezu alle Vogelarten und auch Rehe und Hirsche dürfen mit dem Inkrafttreten der Gesetzgebung seit April 2002 nicht mehr gejagt werden. Selbst das in die Kritik von Tierschützern geratene niederländische Königshaus will künftig auf Treibjagden verzichten.
Argumente gegen die Nachjagd (Sonderjagd, Herbstjagd, Quäljagd)
Die Sonder- oder Nachjagd hat verschiedene Namen in Graubünden. Harmlos als „Herbstjagd“ bezeichnet, ist es eine unglaublich brutale Dezimierjagd ohne Gnade. Die Sonderjagd, welche dieses Jahr in Graubünden vom 6. November bis 19. Dezember, immer jeden Mittwoch und jeden Samstag/Sonntag ab 06.45-14.00 Uhr läuft, hat das Ziel alle Tiere zu schiessen, die vom Amt für Jagd und Fischerei GR zur sogenannten Regulierung des Bestandes zum Abschuss freigegeben werden.
Über eine spezielle Telefonnummer (0900 820 844) oder über das Internet wird den Sonderjägern mitgeteilt, wo was geschossen werden kann. Zum Beispiel Hirschwild, das heisst dann alles ausser den kapitalen Hirschen kann getötet werden, also alle Altersgruppen, säugende Kühe, Kälber, Jungtiere usw. oder es kann heissen nur Kälber. Dann werden die säugenden Kälber den Müttern weggeschossen (die Kühe können die Milch nicht abgeben, was mit Schmerzen verbunden ist und sie suchen ihre Kälber über Tage). Falls nur ein Tier pro Jäger erlaubt ist, ist es oft die Kuh und das Kalb bleibt alleine und geht elendiglich zugrunde.
Frühmad
Frische, grüne Wiesen sind für Reh und Hase derzeit besonders interessant: Im hoch gewachsenen Gras verstecken sie ihren Nachwuchs sicher vor Fressfeinden. Und sollte sich doch mal ein Räuber nähern, verfahren die Tierkinder nach der Methode „Ducken und Tarnen“. Auch für die Landwirte sind die Wiesen derzeit von großem Interesse, mähen sie jetzt das Gras zur Heugewinnung. Das Zusammenfallen dieser beiden Ereignisse ist risikoreich für Wildtiere. Ducken schützt zwar vor dem Fuchs, nicht jedoch vor dem Kreiselmäher.
Tierquälerei im Zusammenhang mit der Jagd
Bei allen den Belastungen, welche die Hobby-Jagd der Natur beschert, sollte das Leid der eigentlich Betroffenen - der Tiere - nicht übersehen werden.
Längst suggeriert man uns seitens der Jägerschaft mit Bezeichnungen wie - waidgerechte Jagd- oder -nachhaltige und schonende Jagdausübung- dass bei der heutigen Jagd kein Tier mehr unnötig erschossen wird und dass selbst dann, wenn geschossen wird, es dabei sogar noch ganz human zugeht.
So mancher Jäger aus der Nachbarschaft weiß dazu beruhigend zu berichten, dass es bei der Jagd heute keine Tierquälereien mehr gibt und dass wegen der verwendeten modernen Gewehre ein Tier so schnell tot ist, dass es zuvor nicht einmal mehr in der Lage war, den Schuss zu hören.
Derartige von Jägern verbreitete Illusionen, vom schnellen und schmerzlosen Tod eines waidgerecht erlegten Tieres, zielen eindeutig nur darauf ab, uns von allen den Tierquälereien abzulenken, die im Zusammenhang mit der Jagdausübung ganz alltäglich sind.
Bleischrot wozu?
Dass Blei giftig ist, ist seit Langem bekannt. Auch über seinen zerstörerischen Einfluss auf Wildvögel wird seit rund 125 Jahren berichtet.
Doch so richtig in den Fokus geriet die Bleidebatte erst vor knapp 30 Jahren. Damals litt in den USA die Population des Weisskopfseeadlers massiv unter Bleivergiftungen.
Greifvögel hatten sich beim Verzehr von angeschossenen Wildvögel und von bleihaltigem Aufbruch (Wildreste, die beim Ausweiden der Jagdbeute häufig vor Ort liegengelassen werden und Munitionsreste enthalten können) vergiftet. Nachdem man die Zusammenhänge erkannt hatte, wurde die Verwendung von Bleischrot zunächst in den Wasservogelgebieten verboten. 1991 erfolgte dann in den USA und 1997 auch in Kanada das vollständige verbot von Bleischrot.
Noch gefährlicher als Bleischrot, dass Greifvögel vorallem über zuvor angeschossene Wasservögel aufnehmen, sind für sie die Reste bleihaltiger Kugelmunition. Sie kann sowohl im Aufbruch als auch in angeschossenen und trotz nachsuche nicht gefundenen Rehe oder Wildschweinen enthalten sein. Aas fressende Arten wie der Seeadler sind davon betroffen. Im vergleich zum Schrot sind die relativen Oberflächen dieser winzigen Splitter deutlich grösser, ihr Vergiftungspotential ist somit entsprechend höher, da sich mehr Blei lösen kann.
Die Jagd früher und heute
Die Jagd war früher in den kalten nördlichen Bereichen für die Naturvölker eine Notwendigkeit zum Überleben. In wärmeren Regionen spielte sie hingegen eine unbedeutendere Rolle, denn dort deckte man überwiegend mit dem Sammeln von Wildfrüchten den erforderlichen Nahrungsbedarf. Allein schon die leichte Verderblichkeit des Fleisches machte dieses in den gemäßigten und wärmeren Zonen als Nahrungsvorrat nicht besonders geeignet. Zudem war das Sammeln der Wildfrüchte und Wurzeln dort viel einfacher als die Ausübung der Jagd. Schon deshalb diente die Jagd in diesen Gebieten mehr einer Abwechslung der Nahrungsvielfalt.
Die Jagd erforderte von den Menschen früher nicht nur gute Kenntnisse über die Lebensgewohnheiten bestimmter Tierarten und eine scharfe Beobachtungsgabe, sondern oft auch sehr viel körperliche Kondition, Kraft und Geschicklichkeit, aber auch eine gehörige Portion Mut bei der Bejagung größerer Tiere.
Obwohl diese Menschen auch grausam waren, achteten und verehrten sie die Tiere. Alte Felszeichnungen zeugen heute noch davon. Das Töten von Tieren aus purer Lust war bei ihnen nicht üblich. Für sie war die Jagd eine Notwendigkeit, die ohne krankhafte Gier und ohne Sinn für Trophäen nur zum Zweck der Ernährung ausgeübt wurde.
Füchse und Krankheiten
Beutegreifer-oder vielleicht sollte man es in diesem Kontext bei dem althergebrachten Begriff des "Raubtier" belassen- sind böse. Wölfe fressen kleine Kinder, die ihrer kranken Großmutter Proviantkörbe bringen wollen, Marder machen sich vorsätzlich an der Schweizer liebstem Kind, dem Auto, zu schaffen, und Füchse sind lustmordende Hühnerdiebe, die zu allem Überfluss auch noch tödliche Krankheiten übertragen und die armen Feldhasen ausrotten. So- oder ähnlich - äussern sich leider selbst in unserer vermeintlich aufgeklärten Gesellschaft des frühen 21. Jahrhundert noch viele Mitmenschen, wenn das Gespräch auf wild lebende Prädatoren kommt.
Krankheiten können am besten vermieden werden, wenn man die Wildtiere nicht jagt, denn in diesem fall finden keine Kontakte zwischen Menschen und Wildtieren statt.
Die Aussage von Jägern, dass der Fuchs bejagt werden muss , (was mit Jagd nichts mehr zu tun hat, wenn man ihn aus einem Hinterhalt mit Ködern angelockt und feige abknallt), ist längst widerlegt. Das solche Praktiken dazu noch geschützte Arten wie der Luchs gefährden, kommt dazu, wenn der Jäger nicht einmal einen Luchs von einem Fuchs unterscheiden kann, wie zuletzt am 7.1.2010 in Andermatt.
Grundthesen zur Jagd
Ökonomisch-ökologischer Rahmen
- Agrarwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd auf der einen Seite sowie die Zersiedelung unberührter Naturlandschaft auf der anderen Seite sind primär verantwortlich für die drastische Reduzierung der Artenvielfalt.
- Intensive Agrarwirtschaft raubt der Tierwelt den Lebensraum; überlebende Tiere werden durch ausufernde Bejagung sukzessive an den Rand des Aussterbens getrieben.
- Die Forstwirtschaft ist an einer Gewinnmaximierung der Holzerträge orientiert. Das Schlagwort „Wald vor Wild“ definiert die Situation, Waldtiere sind der Störfaktor dieser Industrie. Waldschäden durch Verbiss sind nachweislich Vorwand, Wildtiere gewaltsam an einen nach wirtschaftlichen Interessen definierten Normbestand anzugleichen. Die gesamte freie Natur wird zu einem Freiland-Industriekomplex umgebaut.
- Der Mensch hat den Tieren den Lebensraum genommen. Wer bringt das Gleichgewicht in der Natur und auf der Erde durcheinander? Die Tiere sind es nicht - es sind Menschen wie die Jäger. Außerdem schaden die heutigen Jäger auch anderen Tierarten, nicht nur denen, die sie töten dürfen (oder oftmals eben auch nicht töten dürften) und mit nach Hause nehmen als Trophäen.
- Jäger sind auch mitverantwortlich für die vielen Wildunfällen. Es gibt eine Studie in Frankreich, die zeigt, dass die Jäger viel mehr Schaden anrichten, als das Wild dem die Jäger hinterherjagen. Jäger verursachen Personen (rund 300 Jagdunfälle pro Jahr in der Schweiz), Umwelt, Sachschäden, Artenschäden usw, die weit über den durchschnittlichen 2% der Verbissschäden durch das Wild an Pflanzen bzw. Holzertrages sind. Und es gibt Studien die zeigen, dass 90% der Gewaltverbrecher als Tierquäler angefangen haben. Tierschutz ist auch Menschenschutz.





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